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Digitalisierung im Bau: Sicherheit, Effizienzsteigerung und Transparenz

27.09.2019|BIM|

Am 17. Januar 2019 eröffnete das erste digitale Krankenhaus Indiens in Ahmedabad: papierlos werden Tausende von Betten, Patienten, Mitarbeiter, Dienstleister im Schichtbetrieb und die Medikamentenversorgung seitdem digital gemanagt. Vom operierenden Arzt bis zur Klopapierrolle erfassen IT-Systeme in Echtzeit Daten auf Tablets und Servern und verwandeln eine schier unüberschaubare Komplexität, die bis dahin mühsam auf Papier und in Ordnern von Unmengen von Hilfskräften bearbeitet wurde, in Nullen und Einsen, die von überall aus zugriffsbereit vorliegen.

Fast ein Jahr zuvor startete der deutsche Maschinenbauer VOITH sein erstes digitales Werk im schwäbischen Crailsheim und erfasst sekundengenau Produktionsabläufe im sogenannten digitalen Shopfloor-Management, welches zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt den Maschinenbauer in das digitale Zeitalter führt. IT-Systeme, Server und Tausende von Sensoren messen jeden Mensch-Maschinenschritt im Schichtbetrieb. Produktionsmitarbeiter melden Ineffizienzen per Tablet. Der Schichtleiter und die Geschäftsleitung werden in Echtzeit informiert. Wenn die nächste Schicht startet, weiß der neue Schichtleiter schon auf dem Weg zur Arbeit, wo er ansetzen muss.

Was hat das mit der Baubranche zu tun? Sehr viel! An den Prozessen zum Planen, Bauen und Bewirtschaften eines Gebäudes sind viele Akteure beteiligt, die nicht nur miteinander kooperieren müssen, sondern je Arbeitsschritt auch einen spezifischen Informationsbedarf haben. Und zwar im digitalen Werkzeug ihrer Wahl! Anders als zum Beispiel in der Automobilbranche, in der hohe Stückzahlen verwandter Produkte am Fließband produziert werden, zeichnet sich die Baubranche durch eine große Komplexität und Individualität aus. Im Zweifel ist jedes Gebäude anderes – ebenso, wie die Zusammensetzung der Baubeteiligten, Softwarelösungen sowie Baulösungen und -produkte. Es gibt kaum eine Branche, in der Prozessoptimierung und Planung derart im Vordergrund stehen müssten. Und es passiert doch! Bauphasen verzögern sich regelmäßig. Die Kosten drohen immer wieder aus dem Ruder zu laufen. Ein Grund dafür ist, dass die digitalen Möglichkeiten dieser Zeit am Bau noch nicht umfassend abgerufen werden. So wie der Speis aus dem Mischer, so müssen heutzutage auch in der Baubranche die Daten ordentlich fließen. Das betrifft sowohl einzelne Prozessglieder als auch die gesamte Wertschöpfungskette. Wenn erst einmal Baudaten digital erfasst und miteinander vernetzt sind, tritt das ein, was wir gerade in allen anderen Branchen sehen: wesentliche Reduktion von Prozesszeiten, Erhöhung der Effizienz und der Transparenz. Denn das ist einer der Vorteile der Digitalisierung: Dinge, die früher Wochen gedauert haben und trotz aufwändigem Recherchieren und Abgleichen eine hohe Fehlergefahr aufwiesen, können heute in Minuten sicher abgewickelt werden. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Abspeicherung der relevanten Daten in der Cloud. Deshalb vernetzt auch VOITH seine Produktionsstätten über eine eigene Cloud. Seitdem steigt die Produktionseffizienz weltweit sprunghaft an.

Die Zauberworte, die die Baubranche beflügeln, lauten „Building Information Modeling“ (BIM). Und dabei geht es um nichts anderes, als Bausachverstand mit digital-kollaborativem Arbeiten sowie informationstechnologischer Cleverness zu verbinden – um Effizienz zu heben und Planungs- sowie Investitionssicherheit zu erhöhen. Wie die Praxis zeigt, geht das im kleinen Betrieb als auch zunehmend im Großen, also mit Bezug auf das Betreiben von Gebäuden. BIM wird die Zukunft am Bau weiter positiv verändern und sogar neue Geschäftsmodelle ermöglichen – allerdings nur für diejenigen, die die aktuellen IT-Möglichkeiten ergreifen und zu ihrem Vorteil nutzen. Und auch wenn es hart klingt: wer auf absehbare Zeit nicht digital liefern kann, wird das Nachsehen haben. Das zeigen genug Beispiele aus anderen Branchen.

Befeuert wird diese Entwicklung in der Baubranche zudem durch neue digitale Angebote: Sensorik in Grauwasserrohren sagen den Wasserschaden vorher und lokalisieren den Eingriff auf wenige Zentimeter. Die Nadelbäume in Kanada werden mit Bilderkennung so erfasst, dass deren Reifegrad in den Bauprozess von Großbaustellen in Deutschland direkt einfließt. VR-Brillen unterstützen nicht nur beim Bau und Verkauf von Immobilien, sondern lassen eine Echtzeitüberwachung von Baustellen zu. Die Renovierungsbedürftigkeit von Gebäuden wird durch Drohnen erkannt. Der Putz- und Überwachungsroboter erhält Einzug in industrielle Großanlagen. Energieeffizienz wird durch KI-basiertes Grid-Management verbessert. Die Einbruchsicherheit wird durch Videoüberwachung erheblich verbessert. Ausfallzeiten von Baumaschinen werden durch den Einsatz von Sensorik verkürzt. Wir können gespannt sein!

Zur Person

Christian Baudis – Digitalunternehmer, ehem. Google-Deutschland-Chef, Top 50-Futurist – ist seit vielen Jahren in leitenden Positionen in der europäischen Digitalbranche tätig. In seinen visionären Beiträgen erläutert er, wie die Digitalisierung Wirtschaft und Gesellschaft verändert.

Kontakt

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29223 Celle
Christian Stallknecht
Telefon: 05141 50 – 140
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