5. Klimafestival für die Bauwende holt Harald Lesch, Frauke Fischer und Barbara Buser nach Berlin

Kreislaufwirtschaft und Biodiversität im Fokus, 27 Initiativpartner, anerkannte Fortbildung
Gut die Hälfte des Abfalls in Deutschland sind Bau- und Abbruchabfälle. Gleichzeitig soll das Land bis 2045 klimaneutral werden, und seit dem 27. September 2026 gelten mit der EmpCo-Richtlinie strengere Regeln für Umweltaussagen. Das Klimafestival für die Bauwende bringt Architektur, Planung, Industrie, Verbände und Wissenschaft in der STATION Berlin zusammen.
Das 5. Klimafestival für die Bauwende findet am 18.–19. November 2026 in der STATION Berlin statt. Über 100 Sessions und rund 130 Dialogstände zeigen, wie ressourcenschonendes Bauen in der Praxis funktioniert. Die Kernthemen 2026 sind Kreislaufwirtschaft und Biodiversität. Architects for Future, der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) und die Cradle to Cradle NGO sind als Initiativpartner neu dabei. Insgesamt tragen 27 Verbände und Institutionen das Festival, mehrere von ihnen bringen ihr Fachwissen in eigenen Sessions ein.
Das Klimafestival ist bei der Architektenkammer Berlin als Fortbildung akkreditiert und wird von allen anderen Länderkammern anerkannt.
„Die Bauwende gelingt, wenn die zusammenkommen, die sie umsetzen. Genau dafür haben wir das Programm gebaut“, sagt Klaus Füner, Kreativdirektor und Programminitiator des Festivals bei der Heinze GmbH.
Die Biodiversitätsexpertin Dr. Frauke Fischer von der Universität Würzburg eröffnet das Festival mit der Frage „Kann KI die Natur retten?“ und zeigt, was KI für den Naturschutz leisten kann und wo sie an Grenzen stößt. Der Physiker und Naturphilosoph Prof. Dr. Harald Lesch und der Zeitforscher Jonas Geißler gehen der Frage nach, warum die Logik „Zeit ist Geld“ Mensch und Natur teuer zu stehen kommt. „Klimakrise, Artensterben, Burn-out? Alles eine Frage der Zeit!“ sagt Lesch.
Climate Impact Investor Dr. Jochen Wermuth sieht die Energiewende als wirtschaftliche Realität und zeigt anhand konkreter Projekte, wie Bestandsgebäude mit Einblasdämmung und kalten Nahwärmenetzen ihren Energiebedarf deutlich senken. Bauingenieur Steve Webb von Webb Yates erklärt, wie Tragwerke aus Stein den CO₂-Ausstoß senken können.
Mit Barbara Buser steht eine Pionierin des zirkulären Bauens auf der Bühne. Die Schweizer Architektin gründete 1995 die Bauteilbörse in Basel und setzt sich seit Jahrzehnten für den Erhalt bestehender Gebäude ein. Der Dokumentarfilm „Pionierin der Nachhaltigkeit“ über ihren Werdegang feierte im April Premiere und läuft aktuell in Kinos.
Initiativpartner bringen ihr Wissen und Expertise in verschiedenen Formaten auf die Bühnen. Seit dem 27. September 2026 sind allgemeine Aussagen wie „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ ohne Nachweis unzulässig. Das Institut Bauen und Umwelt (IBU) und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zeigen im Thementalk „Nachhaltigkeit belegen statt behaupten“, wie Ökobilanzen und Umweltproduktdeklarationen (EPDs) entstehen und worin sie sich von Umweltlabels unterscheiden. Die Bauwende Allianz erklärt im Deep Dive „Circular.Cities NRW“, wie Kommunen in Aachen, Detmold, Düsseldorf und Münster zirkuläres Bauen voranbringen. Der NABU Berlin zeigt, wie sich Artenschutz bei Sanierung und Neubau von Anfang an mitdenken lässt. Die dena legt zwei Studien vor, die den Gebäudebestand als Rohstofflager und als Hebel für die Klimaneutralität 2045 beschreiben.
Außerdem wird am ersten Festivaltag der 16. Heinze ArchitekturAWARD verliehen. Die Jury bilden Prof. Elisabeth Endres, Chris Middleton und Caspar Schmitz-Morkramer.
GREENTERIOR, das Interior-Event von BauNetz interior|design, ist nach dem Auftakt 2025 fester Bestandteil des Festivals. Das Format überträgt die Bauwende auf den Innenraum und verbindet eine kuratierte Ausstellung mit eigenem Bühnenprogramm. Panels und Talks gehen ehrlich ran. Die Bauwende entscheidet sich vor dem Entwurf, bei Mietverträgen, Budgets und Vergabeverfahren. Gefragt wird, an welchen Tischen die Innenarchitektur künftig mitreden sollte. Ein Praxis-Check prüft Wiederverwendung dort, wo Datenbanken fehlen und Haftungsfragen offen sind. Nach einem kurzen Impuls diskutiert das Publikum mit. Materialien und Produktlösungen für Innenräume lassen sich anfassen und prüfen.
Was bauen wir? Wie bauen wir? Womit bauen wir? Diese drei Fragen stehen im Thementalk des Bundes Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten (bdia) im Mittelpunkt. Sie stammen aus dem neuen Fachbuch „Nachhaltige Innenarchitektur“. Anhand von Praxisbeispielen zeigt das Panel, wie ressourcenschonende, zirkuläre Innenarchitektur gelingt, vom Bestand über die Materialwahl bis zu langlebigen Raumkonzepten.
Die Sonderausstellungen machen Kreislaufbau anschaulich. NBAU baut auf dem Festival eine Lehmfachwerkwand auf und wieder zurück. Das passt zu den neuen Ausbildungsordnungen für 19 Bauberufe, die seit 1. August 2026 gelten und Kreislaufwirtschaft sowie Bauen im Bestand stärker verankern. Die Hochschule Wismar zeigt einen Roboterarm, der ein Modell des Holzbausystems aus dem Forschungsprojekt HO_SY zusammensetzt. UDO vom Belwerk Kollektiv ist eine mobile Wohn- und Arbeitskabine aus wiederverwendeten Aluminiumpaneelen und Holz. Dazu kommen MATTERIALISTA mit einer Circular Material Bar, studio formagora mit Möbeln und Gedanken zu Reuse und partizipativem Design sowie der Deutsche Werkbund mit 40 Panels der Ausstellung „Positionen zur Bauwende“.
Veranstaltungsdaten
Datum 18.–19. November 2026
Ort STATION Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, 10963 Berlin
Öffnungszeiten Mittwoch 9:00–22:00 Uhr, Donnerstag 9:00–18:00 Uhr
Das Tagesticket kostet 79 €, das Ticket für beide Tage 99 €. Alle Preise inkl. MwSt. Studierende können sich kostenfrei mit dem Gutscheincode STUDI100 anmelden.
Tickets gibt es unter https://klimafestival.heinze.de/de/ticket
Medienakkreditierung, Bildmaterial und Pressekontakt
Medienvertreter:innen akkreditieren sich über dieses Formular https://klimafestival.heinze.de/de/registration/69a164cfd2df2a2814e79ca3?force_new_registration=true
Logo und Bilder vom Klimafestival 2025 stehen im Pressebereich unter https://klimafestival.heinze.de/de/presse zum Download bereit. Sie dürfen für die redaktionelle Berichterstattung verwendet werden. Bei jeder Verwendung ist als Quelle „Klimafestival für die Bauwende, Heinze GmbH“ anzugeben. Für weitergehende Nutzung bitten wir um Anfrage.
Kontakt klimafestival@heinze.de
Die Initiativpartner des Festivals
27 Verbände, Institutionen und Organisationen aus Architektur, Ingenieurwesen, Nachhaltigkeit und Bauwirtschaft tragen das 5. Klimafestival für die Bauwende als Initiativpartner. Sie teilen die Überzeugung, dass die Bauwende nur gelingt, wenn das gesamte Wissen der Branche zusammenkommt.
- Architects for Future
- Bauwende Allianz
- Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure
- Bund Deutscher Architektinnen und Architekten
- Bundesarchitektenkammer
- Bundesstiftung Bauakademie
- Bundesstiftung Baukultur
- Bundesverband Digitales Bauwesen
- Bundesverband GebäudeGrün
- Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft
- bdia Bund Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten
- Cradle to Cradle NGO
- Das Deutsche Baugewerbe
- dena Deutsche Energie-Agentur
- Deutscher Abbruchverband
- Deutscher Werkbund
- Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
- Fraunhofer IRB
- gefma Deutscher Verband für Facility Management e.V.
- Hauptverband der Deutschen Bauindustrie
- Industrieverband Lehmbaustoffe e.V.
- Institut Bauen und Umwelt e.V.
- Bundesingenieurkammer
- myclimate
- NABU Landesverband Berlin
- NBAU Nachhaltig im Bau
- Verband für Bauen im Bestand
Über das Klimafestival für die Bauwende
Heinze und BauNetz veranstalten das Klimafestival für die Bauwende 2026 zum fünften Mal. Es ist der Branchentreffpunkt der Bauwende, an dem Wissen, Praxis und Haltung zusammenkommen.